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Gemeinderatssitzung Pommelsbrunn vom 29.11.2018

Meldung vom 05.12.2018 POMMELSBRUNN (ma) – Landschaftspflegemaßnahmen dominierten die jüngste Pommelsbrunner Gemeinderatssitzung, aber auch Bauanträge fanden reges Interesse.

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Zum ersten Bauantrag äußerte Bürgermeister Jörg Fritsch: „Wir freuen uns, dass es mit dem Traditionshotel weiter geht“. Damit meinte er den Neubau von Hotel-, Tagesempfangs- und Büroräumen am Hotel Lindenhof in Hubmersberg, was von den Räten einstimmig genehmigt wurde. Es soll ein eingeschossiger Gebäudekomplex mit Flachdach werden, auf dem eine Photovoltaikanlage installiert wird. Zur Nutzungsänderung der Schule in Hartmannshof in ein Seniorenpflegeheim mit Anbau, Errichtung eines Lifts sowie Teilabbruch eines Betonstegs (wir berichteten) betonte Fritsch, dass er es begrüße, dass das Gebäude im Bestand erhalten bleibe, nachdem es doch eine gewisse “Historie“ hat. Auch hier votierten die Räte einstimmig.

Dr. Karl Rauenbusch, Geschäftsführer des Landschaftspflegevereins Nürnberger Land, bei dem die Gemeinde Pommelsbrunn übrigens auch Mitglied ist, referierte anschließend über Pflegemaßnahmen innerhalb der Großgemeinde. Von 2010 bis 2017 habe man im Schnitt € 20.000 hierfür ausgegeben. Die Gemeinde Pommelsbrunn sei eine jener Gemeinden mit der besten „Naturausstattung“ und einer großartigen geologischen Struktur. Speziell der Hutanger „Wied“ sei ein Aushängeschild. Zusammen mit anderen Hutangern wie dem Heuchlinger und dem Fischbrunner Hutanger sowie der Geißkirche werde er seit einigen Jahren wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Weide zugeführt. Rauenbusch nannte hierzu Entbuschungsmaßnahmen, wobei die Schäfer mit ihren Tieren bei der Freihaltung mithelfen würden.

Die Blockschutt- und Geröllhalden im Gemeindegebiet seien speziell Lebensraum für seltene Tiere wie die rotflüglige Ödlandschrecke (Rote Liste). Aber auch die seltene Elsbeere, Orchideen und Silberdisteln, das Leberblümchen, der Steinbrech, das Brandknabenkraut und das Felsenhungerblümchen fänden in der Gegend gute Lebensräume, ebenso viele Schmetterlings und Spinnenarten, Pilze und der Laubfrosch sowie Flußkrebse und die Schlingnatter, nicht zu vergessen den Uhu. Rauenbusch zeigte sich begeistert: „Das ist Artenreichtum, um den wir uns kümmern“. Auch der Schlossanger Eschenbach, die Obstweiden bei Reckenberg,  die Feuchtwiesen bei Hohenstadt (Pestwurz-Vorkommen) und die Blockschutthalden der Mühlkoppe gehörten zu den ökologisch wertvollen Flächen, die es zu erhalten und zu pflegen gälte.

Sein Nachredner Karl Heinlein vom Naturschutzzentrum Wengleinpark zeigte sich gleichfalls begeistert ob der Artenvielfalt unserer Gegend. Zusammen mit Förster Patrick Goeder widmete er sich anschließend der Freistellung des Zankelsteins. Letzterer nannte Zahlen zu Hiebssatz, Holzerlösen und Investitionen für Pflege, Pflanzung, Schutzmaßnahmen und Wegebau sowie die Ziele: die Förderung von Mischbaumarten wie Elsbeere, Ahorn und Eiche, Etablierung von gemischter Naturverjüngung, dauerhaftes Belassen von Biotop-Bäumen und Totholz sowie Hiebsruhe in sensiblen Bereichen. Für spezielle Bemühungen gebe es auch finanzielle Förderungen. Beim Eschenbestand (Eschen-Sterben) müsse es in den Gebieten „Bärenbrand“, „Windburg“ und „Ulm“ Verkehrssicherungen geben. Langfristig strebe man einen Waldumbau von „Einbaumwäldern“ hin zu Mischwäldern an.

Nach einigen Rückfragen seitens der Räte ging man zum nächsten Beratungspunkt über, dem Breitbandausbau in der Gemeinde. Einstimmig wurde  beschlossen, das Submissionsergebnis des ersten Ausschreibungsverfahrens vom 20.8.2018 aufzuheben und eine neue Ausschreibung für das VDSL-Ausbaugebiet Fischbrunn und die Glasfaser-Ausbaugebiete Wüllersdorf und Hofstetten vorzubereiten.

Beim Punkt „Neuerlass der Verordnung über die Reinhaltung und Reinigung der öffentlichen Straßen und die Sicherung der Gehbahnen im Winter“ entspann sich eine längere Diskussion, nachdem Geschäftsleiter Markus Gnan eingangs betont hatte, dass Reinigung nicht mit Winterdienst gleichzusetzen sei. Im Winter muss laut Satzung, die Ende des Jahres ausläuft, bisher der Gehsteig geräumt werden, falls kein  solcher vorhanden ist, rund ein Meter Breite von der Straße. Nach einigem Hin und Her, wobei auch die bisherige Satzung kritisiert wurde, wurde um Vertagung gebeten. Man wolle eine ordentliche Satzung haben, ein Fehlen würde für die Gemeinde eventuell rechtliche Konsequenzen bedeuten. Man einigte sich darauf, vor Weihnachten ein Treffen der Fraktionsführer anzuberaumen.

Abschließend meldete sich noch 3. Bürgermeisterin Gabi Bleisteiner zu Wort und berichtete über einen Termin zum pädagogischen Tag des Schulamtes mit dem Thema „Digitale Ressourcen in Lehr- und Lernsituationen nutzen“ in der Mittelschule Röthenbach.  Die Ergebnisse des Workshops „Digitales Klassenzimmer/Digitale Schule“ sollen mit der Rektorin unserer Grundschule besprochen werden, auch Fördermittel können bis Ende des Jahres beantragt werden.

Helga Manderscheid

Anhang:
Blick auf den Pommelsbrunner Hutanger „Wied“